Unbeantwortete Themen | Aktive Themen Aktuelle Zeit: 28.04.2017, 18:50



Auf das Thema antworten  [ 64 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5  Nächste
"Richtig" irisch?! 
Autor Nachricht

Registriert: 21.01.2006, 11:36
Beiträge: 75
Ich möchte mal eine Diskussion über ein Thema anregen, das mich schon lange beschäftigt. Viele bekannte Geiger, die man so bewundert, sind ja nun mal in Irland aufgewachsen und sozusagen mit der Fiddle als Grundausstattung geboren worden. Ich selbst hätte gern hier und da auch diese Lockerheit beim Spiel, die zum Beispiel Kevin Burke hat. Natürlich habe ich schon die eine oder andere Technik übernommen und Tricks herausgefunden, den Bogen lockerer zu bewegen, ich bin aber immer noch davon überzeugt, dass ich irgendwie "deutsch" spiele.
Wie wichtig ist es für euch, ein bestimmtes Ideal zu erreichen, oder seid ihr einfach zufrieden mit Eurer individuellen Spielweise?


15.02.2006, 17:47
Profil

Registriert: 19.12.2005, 20:18
Beiträge: 60
Beitrag 
Mir geht es wie Dir. Ich glaube auch nicht, dass man das wirklich hinkriegen kann, vor allem nicht, wenn man urspruenglich von der klassischen Ausbildung kommt. Auf der anderen Seite ist Kevin Burke z.B. nicht in Irland aufgewachsen, sondern in London (allerdings in der irischen Gemeinde)und hat zunaechst klassischen Geigenunterricht bekommen (allerdings von einer aufgeschlossenen Geigenlehrerin). Der hat wie er auf seiner Web-Seite (http://www.kevinburke.com) beschreibt einfach nur geuebt, geuebt und geuebt. Aber dann hatte er eben (im Gegensatz zu unsereins) die Gelegenheit sich von irischen Geigern in London schon als Kind was abzugucken.

Also wenn man locker bleiben moechte, muss man glaube ich Kompromisse schliessen und irgend jemanden auf Krampf zu imitieren ist bestimmt das Falsche - das macht doch auch keinen Spass, finde ich. Auf der anderen Seite ist es glaube ich ein Mythos, dass irische Geiger ihre Kuenste grundsaetzlich von Vater, Mutter oder Grosstante lernen - viele von denen habe auch eine klassische Grundausbildung. So das war jetzt die klassische "einerseits - andererseits" Antwort: es gibt bestimmt entschiedenere Meinungen zu dem Thema.


15.02.2006, 21:09
Profil

Registriert: 01.02.2006, 15:21
Beiträge: 285
Wohnort: Potsdam
Beitrag 
Frage: Was ist bei irish fiddle richtig?
Spannendes und gutes Thema übrigens, prima!!!
Ich würde den Bogen erstmal viel weiter spannen und noch garnicht mal so sehr die Fiddle in den Vordergrung stellen, obwohl das hier natürlich die Fiddleseite ist. Wenn ich mir irish trad. music, von wem auch immer, anhöre, ob jetzt mit flute, box oder whistle, pipes, dann ist das, was mich neben den Tunes und vielleicht noch der technischen Brillianz begeistert, der SWING, der mich mitnimmt. Es ist das, was mich zum Schwingen bringt, da wo der Puls sich irgendwo dem Pulsus der Musik anpasst, und das kann auch in einer anderen Musikrichtung sein. Aber okay, laß uns bei irish bleiben. Es ist das, was in der Musik immer wieder analysiert wird, und sich doch beständig davor sperrt, auf den Punkt gebracht zu werden. Es ist das, was nicht in und zwischen den Noten steht.
Es ist der SWING oder bei Iren auch PHRASING genannt, was die Musik so macht, wie sie ist, und sie kann im Rahmen der Möglichkeiten, die jeder Musiker aufweist, auch unterschiedlich sein, je nach Herkunft, Umfeld, Übungseinsatz, Alter, Erfahrung, Mitmusiker, etc.. Weil bei vielen Iren die Musik immer wieder gehört und gespielt wurde, ob zu Hause, in der Session um die Ecke, bei Festivals bis hin zu den All Irelands für die Jüngsten und Ältesten, hatte die Musik Zeit, ohne Zeitdruck, in einem zu reifen. Es ist das was die Iren "matured" nennen. Dieser Reifungsprozess, wie ein guter Wein. Da wir nicht dort leben oder aufgewachsen sind, ist es so sehr viel schwerer, etwas davon bei der irish fiddle umzusetzen. Es sind vielleicht die technischen Vorrausetzungen da, das Interesse auch, aber es fehlt die Zeit zum natürlichen Reifen. Außerdem sollte man sich nicht ständig an den bekannten Größen messen. Die meisten Fiddler wurden, vielleicht noch neben klassischer Grundausbildung, vom gestandenen Musiker, war auch nicht immer ein Fiddler, um die Ecke angeleitet. Namen, die nicht in die CD Geschichte eingehen oder eingegangen sind. Ich würde jedem raten, der in die Sackgasse gerät, wo man sich fragt, mache ich es richtig, weil bei Kevin Burke hört sich das alles anders an, weg von Kevin Burke (es gibt Fiddler in Irland, die haben noch nie etwas von ihm gehört!!!). Hört euch Musiker mit oben genannten Instrumenten intensiver an (ja, Bodhran und Banjo geht zur Not auch) und achtet auf das Phrasing und lasst es reifen.


16.02.2006, 11:08
Profil Website besuchen
Benutzeravatar

Registriert: 30.01.2004, 15:20
Beiträge: 354
Wohnort: West-of-Munich-Outback
Beitrag 
Quote: "Mir geht es wie Dir. Ich glaube auch nicht, dass man das wirklich hinkriegen kann...."

Um es gleich zu sagen: Ich glaube, dass man das hinbekommen kann - aber es braucht Zeit (bei manchen sehr sehr viel, bei manchen relativ wenig)

Als ich 1998 mit "irischer" fiddle anfing, wusste ich nur ganz wenig über diese musik. es machte einfach spaß. wir spielten in unserer band damals unter anderem einen song/tune von dervish nach: peta beag - unsere sängerin maureen hatte als irin mit dem gälischen text kein problem, alles andere klang aber sehr deutsch. der 6/8-jig-Rhythmus kam bei uns als ratata ratata rüber und je öfter ich das original von dervish hörte, umso bewusster wurde mir der unterschied zu deren locker-tänzerischen jamdidlidamdidli.

ich beschloss: das will ich auch können und diskutierte das bei den proben auch mit den anderen. Der Gitarrist, der schon über 20 jahre mit dirty-old-town-i-loved-so-well-spancil-hill&co durch die pubs gezogen war, sagte mir: vergiss es, die iren haben das im blut und kriegen bevor sie sprechen können ihre erste tinwhistle in die hand und gleichzeitig die ersten tanzschritte beigebracht. das kann man einfach nicht einholen.

im gleichen jahr hab ich auch die deutsche band fiddler´s green live gesehen. etikettiert als irish speed folk haben sie das deutsche hau ruck schema zur perfektion getrieben, was eine bierseelige halle durchaus rockt. aber mir wurde wehmütig, wenn ich dann dervish, altan oder deanta zum vergleich hörte.

so beschloss ich für mich, dieses "vergiss es..." unseres gitarristen nicht zu akzeptieren, sondern am authentischen irish fiddling nah dran zu bleiben und zu schauen, wie weit ich komme: "never give up!!!"

ich hatte viele phasen des frusts und der um- und abwege .... entscheidend war für mich, einer resignierende negativselbtprogrammierung "vergiss es ... bist kein ire ... niiiiieeee wirst du..." zu trotzen wie ein dreijähriger! vielleicht hält das der eine oder andere für naiv und ignorant, aber ich bin stolz auf diese haltung und sie hat mich in den letzten acht jahren ganz schön weit gebracht: ein kevin burke bleibt wohl ein idol, mit dem ich mich nicht messen kann und möchte. aber in irish trad sessions all over the world kann ich mich zur fiddler basis rechnen: ich klinge wohl immer noch wie ein deutscher, der irish fiddle spielt, aber ein wenig mehr zu jamdidlidamdidli ist mein ratataratata schon geworden. ich bin überzeugt, dass es mit noch mehr zeit noch besser geht.

bin schon sehr gespannt auf einen beitrag von scratch. er ist kein ire, spielt aber wie einer (wobei er, wenn er songbegleitung spielt, seine erfahrungen mit bluegrass und anderen folk music traditionen nicht leugnen kann). insbesondere seine lockere rechte hand fasziniert mich.

oder wenn man tradhead spielen hört: ihre ca. 15 jahre fiddle und ihre enge, intensive beziehung zu irland und seinem lebensgefühl lassen beim hörer vergessen, dass sie aus franken kommt. und eines unserer neueren mitglieder, sie ist so anfang/mitte 20 (da sie bislang nicht postet, nenn ich mal keinen namen), beschäftigt sich erst seit knapp 4 jahren mit trad irish fiddle. Sie hat einen klassischen background und einen langjährigen bezug zur bayerischen volksmusik: heute spielt sie wie eine waschechte irin! ich selbst bin in acht jahren noch nicht so weit gekommen, wie sie in vier - wobei ich halt erst mit 40 angefangen habe und davor meine geige 27 jahre auf dem schrank verstaubte.

ich hoffe, an meinem vielen text ist deutlich geworden: es gibt keinen grund, daran zu zweifeln, dass man als nicht-ire authentisch irisch fiddeln lernen kann. aber es braucht zeit - bei manchen viele, viele monate, bei manchen viele, viele jahre. jeder hat da sein eigenes entwicklungstempo! aber man muss es wollen - und das ist eine aktive entscheidung, für die man als erstes solche sätze streichen sollte wie: "Ich glaube nicht, dass man das hinbekommen kann!"

volker


16.02.2006, 11:25
Profil Website besuchen
Benutzeravatar

Registriert: 30.01.2004, 15:20
Beiträge: 354
Wohnort: West-of-Munich-Outback
Beitrag 
cross-posting nennt man das: jetzt hab ich mich mit meiner antwort so lange beschäftigt, dass der erwartete scratch beitrag schon vor meinem da war...


16.02.2006, 11:28
Profil Website besuchen

Registriert: 12.02.2004, 15:01
Beiträge: 111
Beitrag 
Also ich denke nicht, dass nur Iren, irische Musik spielen KÖNNEN. Der Besitz eines irischen Personalausweises bestimmt nicht wirklich die musikalischen Qualitäten. Aber: die Tatsache, dass gerade die sehr guten Fiddler aus Irland (oder Amiland) schon als kleines Kind angefangen haben oder schon in der Familie die Musik gehört haben, ist wohl ausschlaggebend. Dann werden die Kids oft schon von klein an von einem zum anderen Fleadh Cheoil geschleppt und in Workshops gesetzt. Das sind sicher Vorteile. Für mich persönlich gilt: Ich höre sehr viel irische Musik und lerne durch das Hören. Ich spiele mit vielen unterschiedlichen Leuten und lerne durch das Zuhören. Auf keinen Fall möchte ich einen Fiddler kopieren (selbst wenn ich das könnte). Vielleicht schon eher einen Stil (geografisch gesehen). Ich finde es ziemlich doof, wenn zum Beispiel Fiddler versuchen, genau wie Martin Hayes zu klingen. Ich versuche schon, ich selbst zu sein und vorallem Spaß zu haben. In Irland selbst gibt es auch viele viele Musiker, die nur durchschnittlich spielen und welch Wunder - sie sind trotzdem echte Iren. Viele Leute fangen da auch erst später mit der Musik an und haben dann die gleichen Schwierigkeiten, Problemchen wie die Leute hier. Aber was soll's - sie haben Spaß. Keine Ahnung, ob ich richtig irisch spiele. Ich denke, wenn man Spaß hat und rücksichtsvoll in Sessions mit anderen Musikern spielt, wenn man versucht zu lernen und nie aufhört zuzuhören, dann spielt man auch RICHTIG irisch.


16.02.2006, 15:52
Profil Website besuchen

Registriert: 19.12.2005, 20:18
Beiträge: 60
Beitrag 
Nee scratch, den Satz "ich glaube nicht, dass man das hinbekommen kann" wuerde ich noch eher ergaenzen mit "ich glaube auch nicht, dass man das hinbekommen muss". Das heisst doch nicht, dass man nicht lernen moechte oder will und dass man sich nicht fortentwickelt. Aber ich mag mich da keinem Zwang unterwerfen, irgendwelchen Stilvorbildern nacheifern, ich finde das einengend und der Lockerheit sicher nicht foerderlich. Was ich schon moechte ist den "Swing" zu finden, von dem Scratch schreibt (manchmal habe ich ihn, dann wieder nicht usw)...aber das wird eben ein irgendwie deutsch-irischer Swing sein und das wuerde mir auch voellig reichen. Vielleicht ist es auch, weil ich nicht ausschliesslich irische Musik spiele.... Die bulgarische Musik die solche Koenner wie Donal Lunny oder Andy Irvine spielen, klingt nicht besonders bulgarisch, sondern eher irisch mit ungewohnter Melodik und Takten. Und das ist doch auch voellig in Ordnung....warum also nicht deutsch-irisch?


16.02.2006, 17:41
Profil

Registriert: 21.01.2006, 11:36
Beiträge: 75
Beitrag 
Tradhead, Dein letzter Satz gefällt mir besonders gut. Ich sehe es auch so, dass es vor allem auf das Miteinander ankommt. Und auch der von scratch, sich nicht zu sehr an einem Geiger/ Geigerin zu orientieren.
Ich hatte kürzlich ein kleines Erfolgserlebnis. nachdem ich intensiv die Übungs-CD von Matt Cranitch angehört hatte um herauszubekommen, wie man es macht, dass ein Ton mal eben so angerissen wird. Dieser kleine Klopfer mit dem Finger auf der Saite! Ich habe es dann versucht, bei einem neuen Tune direkt anzuwenden (bei den alten kriege ich schlecht neue Tricks mit rein, erst, wenn sie sitzen). Mein Mitmusiker auf dem nächsten Gig hat dann sofort bemerkt, dass ich anders spiele, es hatte irgendwie "Klick" gemacht.
Dadurch habe ich gemerkt, dass ich nicht alles auf einmal erreichen muss, sondern auch kleine Schritte mich voran bringen.
Was mir, neben Stil, immer am allerwichtigsten ist, ist der Charakter eines Stücks. Wenn mir der gefällt, sind mir die Verzierungen und Triplets oft egal, und auch ohne sie kommt beim Spiel der Swing hinein. Alles andere ergibt sich dann von selbst.
Vielen Dank crannog, was du schreibst, klingt auch ermutigend, ein Ziel aufzugeben, wäre mir auch zu langweilig, also versuche ich's weiter.


16.02.2006, 17:44
Profil

Registriert: 01.02.2006, 15:21
Beiträge: 285
Wohnort: Potsdam
Beitrag 
Ja, genau Sabine, uns fehlt die Selbstverständlichkeit. Da wir nicht in Irland oder Amiland in einer irish community aufgewachsen sind, stellen wir uns und werden auch viel öfter in Frage gestellt. Wieso spielst du als Deutscher irische Musik?
Daß Iren irische Musik spielen, wird nie hinterfragt, warum auch, aber geht man nach Dublin, Cork oder Belfast, wird man feststellen, daß Rock-Pop bei den Youngstern wesentlich populärer ist als trad. music. Es wächst nicht automatisch jeder in Irland in einer trad. music family auf. Und auch was Sabine schrieb, über den Standard, es ist nicht jeder Fiddler in Irland per se ein super Fiddler nur weil er dort geboren wurde, die haben sich das hart erarbeitet, was aufgrund der vielen Quellen dort auch einfacher ist. Aber kein mittelmäßig spielender Fiddler wird dort deswegen in Frage gestellt. Geht unbekümmerter, aber mit dem nötigen Respekt der Musik gegenüber, mit euch selber um. Ist nicht einfach, ich weiß.
Versuchen zu imitieren ist, nur bedingt, für den Anfang nicht so verkehrt, an irgendwas muß man sich ja orientieren, aber das soll nur ein Schritt vor dem nächsten sein, der dann kommen muß. Viele Musiker in Irland, USA haben so gelernt, gerade unter Pipern oder Boxspielern waren/sind sie die ersten Jahre Klone von dem und dem, bis sich das "Richtige" in Ihnen herausschält. Also seid froh, daß ihr Fiddle spielt.


16.02.2006, 17:58
Profil Website besuchen

Registriert: 01.02.2006, 15:21
Beiträge: 285
Wohnort: Potsdam
Beitrag 
colo, was heißt das eigentlich, daß du irgendwie deutsch klingst
klingst du so deutsch wie J. S. Bach, wie Helge Schneider oder
wie A. S. Mutter oder klingst du so, wie dein Nachbar im Urlaub am Ballermannstrand? Wie drückt sich das beim Fiddlespiel aus? Was ist das (vermeintlich) deutsche Element in deinem Spiel?


16.02.2006, 20:51
Profil Website besuchen

Registriert: 21.01.2006, 11:36
Beiträge: 75
Beitrag 
Scratch, das ist eine gute Frage, die vielleicht der Kern des Themas ist. Viele Unsicherheiten und Blockaden beim Fiddlespiel entstehen möglicherweise allein nur durch das Denken "ich bin halt kein Ire", wie crannog es auch schopn beschrieben hat.
Wenn ich unsicher bin, macht sich das bei mir sofort am Bogenstrich bemerkbar und alle Lockerheit geht flöten (äh, fiddlen). Dann setzt das "deutsche" Denken ein: "Beherrsche erst mal die Technik, bevor Du überhaupt einen Ton spielst". Ich gaube, das habe ich allerdings von meinem ersten, wiederum jugoslawischen Geigenlehrer übernommen, der aus einer strengen Schmiede kam.
Möglicherweise würde sich ein Ire dann auch wieder genauso unsicher fühlen und spielen, wenn zehn Leute erwartungsvoll um ihn herumsitzen und sagen: "Spiel Du doch auch mal was!" ohne die Bereitschaft zu signalisieren, irgendwie mitzuspielen...
Wenn ich klingen würde wie A.S. Mutter wäre das traumhaft - aber wie würde sie wohl irish music spielen? Wie André Rieu...? Ich wette, Helge Schneider wäre da viel lockerer, wie er so zwischen den Instrumenten hin und herfegt. Bach war doch Ire, oder? Jedenfalls lassen sich viele seiner Stücke super mit Reels kombinieren...
Und schon bin ich beim Thema Individualität, die sich eigentlich gar nicht mehr in eine deutsche oder irische Schublade stecken lässt. Ich müsste mal was vorspielen, und du versuchst zu raten, welchens Land es ist.


16.02.2006, 21:12
Profil

Registriert: 01.02.2006, 15:21
Beiträge: 285
Wohnort: Potsdam
Beitrag 
Ich finde trotzdem manchmal, auch nach so vielen Jahren, daß die trad. music eine unbarmherzige Lehrerin sein kann, weil man versucht ein Ideal zu erreichen, daß es so in der Musik nicht gibt und keiner einem sagt, du machst das vollkommen richtig. Den Weg muß jeder für sich irgendwie selber finden, das macht es so schwierig, weil man scheinbar Freiheiten hat, die man dann scheinbar doch nicht hat. In der Klassik sind die Vorgaben irgendwie klarer. Es ist vielleicht ein bißchen wie bei den Physikern, die forschen und untersuchen, bis in die kleinsten Elemente vordringen und dahinter, um herauszubekommen, was die Welt im Innersten zusammenhält um dann nach Jahren festzuhalten, daß es Gott geben muß.


16.02.2006, 22:27
Profil Website besuchen
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2005, 22:56
Beiträge: 280
Wohnort: Bern
Beitrag 
Hallo Leute
ohne alles im Detail gelesen zu haben, ich gebs zu:
Ich finde es super sich auszutauschen darüber wie man einen schönen (nett, spannend, gut anzuhören) Irischen Stil fiedeln kann.
Ich finde es total müssig darüber nachzudenken ob man "als Deutscher" "richtig Irisch" spielen kann. Das ist mit Verlaub, Quatsch. Die Irische Volksmusik war bis zu den 50er/60er Jahren fast ausgestorben. Es gibt auch nicht "die" irische Volksmusik. Es gibt die Musik von Donegal, Sligo, der Auswanderer in Amerika.... etc. Es hat darum nur wenig Sinn, heute lebende Fiddler wie Kevin Burke anhand ihrer Biographie auf ihre REferenztauglichkeit zu prüfen.
Ich bin völlig der Meinung dass es wichtig ist sich mit den Wurzeln, verschiedenen Varianten, Aufnahmen, Musikern,dem soziokulturellen Background einer Volksmusik etc.pp. zu beschäftigen, wenn man diese Spielt. Aber nicht wegen Korrektheit, sondern weil das Spass macht und die Musik dann besser klingt. Denn ist das faszinierende an der Musik nicht, dass sie eben flüchtig ist und sich noch von keiner Generation und Methode festhalten liess?
Und was Identitäten angeht: Ich bin halb Schweizerin und halb Griechin und spiele gern irische Musik. Und bin total allergisch auf die FRage, was für eine Musik ich denn "Im BLut" haben könnte. DIe einzige "traditionelle" Musik mit der ich "aufgewachsen" bin ist der SOund der Basler Fasnacht.... was soll ich denn jetzt spielen ?
Liebe Grüsse von Mina


17.02.2006, 16:10
Profil

Registriert: 06.12.2004, 14:51
Beiträge: 56
Beitrag 
"Musik" an der Basler Fasnacht ? Ich hab geglaubt das sind nur Trommler und Pfeiffer ? aber Musik ?


17.02.2006, 16:19
Profil
Benutzeravatar

Registriert: 23.10.2005, 22:56
Beiträge: 280
Wohnort: Bern
Beitrag 
NATÜRLICH ist das Musik!! Die Klänge meiner Heimat !
Gruss
Mina


17.02.2006, 16:37
Profil
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Auf das Thema antworten   [ 64 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5  Nächste

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Designed by ST Software for PTF.
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de